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Positive Auswirkungen von sozialem Engagement selbst erleben

Blog Posts: Amplified Engagement

27.03.2018
— Patricia Kneis 

Der Unilever-Effekt: Positive Auswirkungen von sozialem Engagement selbst erleben

Als Teil des WE Communications Global Pro Bono Programms verbrachte ich vier Wochen in Ruanda und unterstützte die Health Development Initiative (HDI), eine lokale NRO mit Sitz in Kigali. Unser dreiköpfiges Team wurde gebeten, unsere Expertise und unser Know-how in den Bereichen Kommunikation und Projektmanagement einzubringen, um HDI bei der Entwicklung ihrer Kommunikations- und Influencer-Strategie zu unterstützen. Neben dem spannenden Projekt, freute ich mich auch ganz besonders darauf, ein für mich bis dato unbekanntes Land zu entdecken sowie eine neue Kultur mit ihren Traditionen kennenzulernen. Eine jahrhundertelange ruandische Tradition ist „Umuganda“. Diesen Begriff lernte ich in meinen ersten Tagen in Kigali kennen, als ich die Einheimischen nach ihren Wochenendaktivitäten fragte.

UMUGANDA: GEMEINSCHAFTLICHE SOZIALE ARBEIT IM WAHRSTEN SINNE
Das Wort Umuganda lässt sich aus der Landessprache Kinyarwanda als „Zusammenkommen mit einem gemeinsamen Ziel“ übersetzen. In der traditionellen ruandischen Kultur haben Mitglieder der Gemeinschaft ihre Familie, Freunde und Nachbarn aufgefordert, ihnen bei der Bewältigung einer schwierigen Aufgabe zu helfen. Umuganda ist jetzt ein offizielles Regierungsprogramm, da die Regierung Ruandas auf Aspekte dieser gemeinschaftlichen Arbeit zurückgreift, um ihre Entwicklungsprogramme zu stärken und an die Bedürfnisse des Landes anzupassen.

Am letzten Samstag eines jeden Monats schließen die Geschäfte morgens für drei Stunden, während die Menschen an staatlich vorgeschriebenen gemeinnützigen Diensten teilnehmen. Zu den erfolgreichen Projekten gehören der Umweltschutz und die Entwicklung der Infrastruktur. Neben dem wirtschaftlichen Vorteil, hat Umuganda darüber hinaus sowohl einen positiven Einfluss auf das Gemeinschaftsgefühl, als auch auf das Image von Ruanda.

DER UNILEVER-EFFEKT
Diesen Einfluss von sozialem Engagement auf das Markenimage hat WE Communications auch im Rahmen seiner Brands in Motion Studie analysiert. Verbraucher erwarten heutzutage von Unternehmen, dass sie hocheffiziente, hochfunktionale Produkte und Dienstleistungen liefern und sich aktiv mit Themen befassen, die für ihre Kunden wichtig sind – und damit letztlich einen langfristigen sozialen Wert schaffen. Im Rahmen der Studie hat WE Communications vier Realitäten aufgezeigt, die sich Unternehmen zum Vorteil ihrer Marke und Stakeholder zunutze machen können. Realität Nr. 3 ist der sogenannte Unilever-Effekt:

Im Jahr 2012 hat Paul Polman, CEO von Unilever, den Unilever Sustainable Living Plan (USLP) ins Leben gerufen, um den Umsatz des Unternehmens zu verdoppeln und gleichzeitig die CO2-Bilanz zu halbieren. Der Plan zielt darauf ab, eine Milliarde Menschen dabei zu unterstützen, Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Gesundheit und ihres Wohlbefindens zu ergreifen, die Umweltauswirkungen ihrer Produkte zu halbieren und 100 % ihrer landwirtschaftlichen Rohstoffe nachhaltig zu beziehen. Polmans Aktionen bei Unilever haben nicht nur innerhalb des eigenen Unternehmens zu einer deutlichen Veränderung der Denkweise geführt, sondern haben auch einen Standard gesetzt, wie verantwortungsbewusstes Wirtschaften aussieht.

Die Brands in Motion Studie zeigte zudem, dass es in allen untersuchten Märkten mindestens der Hälfte der befragten Verbraucher wichtig ist, dass Marken nicht nur hocheffektive Produkte und Services mit hohem funktionalen Nutzen liefern, sondern dass sie sich aktiv für langfristige gesellschaftliche Werte einsetzen. Wenn wir also diese hohen Erwartungen an Organisationen stellen, sollten wir dann nicht dieselben Maßstäbe an uns selbst anlegen? Und sollte die langfristige soziale Wertschöpfung nicht auf der Prioritätenliste aller stehen?

Denn eins vergessen wir häufig, wenn wir geben, bekommen wir häufig viel mehr zurück als wir erwarten – der Spruch „Geben ist seliger denn Nehmen“ kommt nicht von ungefähr. Die Dankbarkeit, die uns in Ruanda für unser Engagement entgegengebracht wurde und Situationen wie beispielsweise die strahlenden Gesichter der Kinder, die sich über Kleinigkeiten wie Notizbücher gefreut haben, sind unbezahlbar.

Lasst uns also etwas mehr soziales Engagement in unseren Alltag einbringen, anderen helfen und für andere da sein und die positiven Auswirkungen des Unilever-Effekts selbst entdecken.