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Smart Home – eine Branche in Bewegung

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17.07.2018
— Ann-Kristin Manno 

Über die Hälfte der Deutschen besitzt noch kein Smart-Home-Gerät. Das ergab eine gemeinsame Umfrage[1] von uns – WE Communications – und YouGov zur Nutzung von Smart-Home-Geräten deutscher Verbraucher. Wie kann es sein, dass 55 Prozent der Deutschen noch kein smartes Device haben? Immerhin ist Amazons Alexa angeblich in aller Munde und Googles Assistant zeigt Out-of-Home ganz Deutschland, wie sich das Unternehmen ein smartes Zuhause vorstellt. Anscheinend suggerieren Marketing und Werbung ein Maß an Lebensstandard und Wohnsituation, welches in der Realität aber (noch) nicht angekommen ist.

Schauen wir uns weitere Zahlen aus unserer Umfrage an, sehen wir, dass eine offensichtliche Diskrepanz zwischen der Selbstauffassung von Smart-Home-Unternehmen und der Meinung der Verbraucher herrscht: So präsent die Werbung auch sein mag, die Maßnahmen scheinen nicht ausreichend zu wirken. Und obwohl Smart-Home-Nutzer überwiegend zufrieden oder sehr zufrieden mit ihren Geräten sind, planen nur 23 Prozent aller Befragten im nächsten halben Jahr, ein (weiteres) Smart-Home-Gerät zu kaufen.

Auch unsere Brands-in-Motion-Studie von 2017 hat ergeben, dass sich der deutsche Smart-Home-Markt in der Kategorie der „Survivor“ befindet. Verbraucher stufen die Unternehmen in dieser Kategorie in ihren rationalen und emotionalen Faktoren gering ein, d. h., dass zum einen der Nutzen nicht gesehen wird und zum anderen keine emotionale Bindung zur Marke vorherrscht.

Für manche Smart-Home-Unternehmen mag dies nun verwunderlich klingen – bieten sie doch die neuesten und innovativsten Gadgets an. Positiv gesehen steckt dieser Markt voller Potenzial und Zukunftsmöglichkeiten. Der deutsche Konsument hat das aber anscheinend nicht ausreichend erkannt oder verstanden. Das offenbart ein grundsätzliches Problem in der Marketing-Kommunikation: Selbst die innovativsten Produkte verkaufen sich nicht von alleine, wenn versäumt wird, den Verbrauchern den tatsächlichen Mehrwert zu kommunizieren – und darüber hinaus als Marke eine echte Beziehung zu den Endkonsumenten aufzubauen. Verbraucher müssen verstehen, warum ihnen ein bestimmtes Produkt einen Mehrwert bietet und müssen sich dafür begeistern können.

 

Wie wecken wir das Potenzial von Smart Home?

Wir müssen die Kommunikation verbessern und Verbrauchern klar zu verstehen geben, was sie von einem Produkt zu erwarten haben, oder dass einzelne vernetzte Geräte noch kein Smart Home bilden. Auch sind Alexa und Siri keine intelligenten Personen in einer Box, sondern programmierte Spracheingabegeräte und Schnittstellen zu anderen vernetzten Geräten – nicht mehr und nicht weniger.

Und wir Kommunikatoren müssen herausfinden, was Verbraucher wirklich wollen und erwarten – und daraufhin Kommunikationsstrategien entwickeln. Marketing und Kommunikation sind nicht länger Einbahnstraßen von Unternehmen zu Kunden, sondern eine mehrspurige Autobahn. Laut unserer Umfrage sind eine Erhöhung von Komfort und Bequemlichkeit die Hauptmotivation für Smart-Home-Käufer (37 Prozent). Also sollten Smart-Home-Anbieter gerade die Informationsbeschaffung besonders bequem und effizient gestalten. Unser Appell an Unternehmen, Marketing und an uns selbst: Schaut euch an, was eure Kunden wollen und geht auf deren Bedürfnisse ein – denn sie haben mehr Einfluss auf eure Marke, als ihr vielleicht denkt.

Alle Zahlen, Fakten und Ergebnisse unseres Whitepapers mit einer Einschätzung von Daniel Blank, Head of Digital & Technology, Deputy General Manager bei WE Communications, gibt es hier zum Herunterladen: https://bit.ly/2MhxwOX

 

[1] YouGov hat im Auftrag von WE Communications zwei Studien im April/Mai und Juni 2018 in Deutschland online durchführen lassen. An der Studie I* nahmen 541 Personen zwischen dem 27.04.2018 und dem 02.05.2018 teil. Die Studie II** wurde zwischen dem 06.06.2018 und 08.06.2018 durchgeführt, an dieser nahmen 2062 Personen teil.

 

Über die Autorin:

Ann-Kristin Manno ist Account Executive im Technology-Team bei WE Communications. Mit Neugier verfolgt sie Debatten um neue Trends und Technologien – aber nicht ohne die vorherrschende Meinung kritisch zu hinterfragen.