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#WeCare: Putting the Patient First

09.11.2016
— Maria Blokhina 

Meisterdisziplin Patientenzentrierung nicht nur Kür, sondern Pflicht

Krankheiten heilen, Lebensqualität verbessern, Unterstützung bieten – das Selbstverständnis von Pharma- und Medizintechnikunternehmen ist heutzutage mehr, als nur reine Produkthersteller zu sein. Patientenzentrierung ist die Zukunft des Gesundheitsmarktes. Neben intelligentem Einsatz von digitaler Vernetzung sind kontinuierliches Engagement, Interaktion und grundlegendes Patientenverständnis entscheidend.     

Neue technologische Möglichkeiten befähigen Unternehmen dazu, sich mit Patienten auszutauschen und mehr über ihre Bedürfnisse zu erfahren. Die Trends der anstehenden Medizinmesse MEDICA stellen allerlei technische Unterstützungsmöglichkeiten für Patienten vor: Ein Herztagebuch, eine App für die digitale Mitnahme von Befunden und ein Hausnotrufsystem basierend auf „Predictive Analytics“ sind nur einige der Beispiele, die den Fokus auf den Patienten verdeutlichen und in die Kategorie „Vernetzte Gesundheit“ fallen.

Amerikanische Kongresse wie der MassBio’s Third Annual Patient Advocacy Summit in Cambridge, Massachusetts schreiben das Thema Patientenzentrierung groß und zeigen worauf es neben digitaler Vernetzung noch ankommt. Unsere Kollegin Emma Mulvaney fasst die wichtigsten Punkte für Unternehmen und Kommunikationsexperten zusammen:

  1. Der Patient hat höchste Priorität. Es ist unabdingbar, Patienten und Patientenorganisationen in den gesamten Prozess der Arzneimittelentwicklung einzubeziehen. Pharma- und Biotechnologieunternehmen sind auf ein genaues Verständnis von Krankengeschichten angewiesen. Die Stimme der Patienten ist in der medizinischen Literatur häufig unterrepräsentiert. Insofern ist ZUHÖREN die wichtigste Aufgabe aller beteiligten Stakeholder.
  2. Technologie und Social Media sind für Patientengruppen von Bedeutung. Technologien verändern das Ökosystem der Kommunikation und die Beziehungen zwischen Patienten, Gesundheitsdienstleistern und Pharmaunternehmen grundlegend. Patienten haben permanent Zugang zu immer mehr Informationen rund um ihre Erkrankung und zu aktuellen sowie potenziellen Behandlungsmethoden. Neuigkeiten werden ständig und breitflächig geteilt. Unternehmen müssen lernen, die zunehmende digitale Vernetzung und Social-Media-Kanäle richtig für sich zu nutzen, um die Bedürfnisse ihrer Patienten eindeutig zu identifizieren.
  3. Engagement ist der Schlüssel zum Erfolg. Frühzeitig und regelmäßig aktiv werden ist entscheidend, um einen offenen Dialog zwischen Industrie und Patienten zu ermöglichen. Unternehmen müssen lernen, selbstbewusst und transparent auf Patienten zuzugehen, ihre wahren Bedürfnisse zu erkennen und mit passenden Angeboten entsprechend zu antworten.
  4. Die Tragweite der Krankheit verstehen. Wissenschaftliche Daten allein können die tatsächliche Belastung einer Krankheit auf das Leben der Patienten nicht vollständig abbilden. Patientenorganisationen können Unternehmen an dieser Stelle einen Einblick in das Leben mit bestimmten Erkrankung liefern und sie somit auf Herausforderungen abseits der Bereitstellung von Therapien aufmerksam machen. Die Technologie hat dabei bereits für einen Teil der Patienten Abhilfe geschaffen. Es müssen immer wieder neue Maßstäbe für die Lebensqualität von Patienten entwickelt und frühzeitig angewandt werden. Ob mit Hilfe von klinischen Studien oder durch den Einsatz von Technologie – nur so kann die Lebens- und Behandlungsqualität von Patienten kontinuierlich verbessert werden.
  5. Kooperation. Für Pharma- und Biotechnologieunternehmen ist die Zusammenarbeit und der Austausch mit Patienten unverzichtbar. Kommunikation und Kooperation müssen wechselseitig stattfinden. Erstrebenswert ist hierbei auch eine verstärkte fortwährende Zusammenarbeit zwischen Herstellern und Patientengruppen, angefangen bei klinischen Studien bis hin zu Behandlungsmöglichkeiten und der Identifizierung von echten Bedürfnissen und entsprechenden Unterstützungsmöglichkeiten.