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Bewegtbild FAQ – Part 1

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10.07.2019
— Jennifer Zimmermann 

Wie schon in unserem Blogbeitrag „Warum sich Bilder bei uns immer häufiger bewegen“ beleuchtet, kann Film viele Formen annehmen und verschiedenste Zwecke erfüllen. Bevor wir mit dem nächsten Projekt starten, wird es jedoch Zeit, die dabei häufig auftretenden Fragen einmal genauer zu betrachten.

Welche Inhalte eignen sich für Bewegtbild?

Grundsätzlich lässt sich wahrscheinlich jedes Thema in das Format eines Videos packen. Besonders eignen sich aber komplexere Sachverhalte, die sich dadurch viel anschaulicher erklären lassen, als über andere Medien. Aus diesem Grund sind Erklärvideos so beliebt. Auf der anderen Seite lässt sich Film wunderbar dafür nutzen, Emotionen zu wecken. Der gezielte Einsatz von Storytelling und starken Bildern kann zur emotionalen Verortung von Marken und Produkten genutzt werden – sei es in Form von Werbung, Imagefilmen, Recruiting- und Mitarbeitervideos oder Projektvorstellungen (in der internen sowie externen Kommunikation). Auch für die Präsentation von Produkten wird Bewegtbild gerne eingesetzt. So kann sich der Verbraucher zuvor schon ein genaueres Bild von dem Produkt und dessen Anwendung machen. Ob ein solches Video eher emotional oder eher rational gestaltet wird, hängt meist vom Produkt selbst und der Branche ab. Es lohnt sich bei der Konzeption einen Moment darüber nachzudenken, wo auf der Skala zwischen emotional und rational sich mein späterer Film befinden soll und welche Reaktion ich beim Zuschauer erzielen möchte. Womöglich ist es ja gerade ein besonders emotionaler Film, mit dem in einer eher rationalen Branche überrascht werden kann.

Letztendlich geht es aber zunächst weniger um die Inhalte (die finden sich immer), sondern darum, wie Film auf eine Kommunikationsstrategie einzahlen kann und welche Ziele damit erreicht werden sollen. Daraus lässt sich ableiten, welche Art von Film es werden soll. Es lohnt sich zumal immer, eine Entscheidung für ein Bewegtbild-Format kritisch zu hinterfragen. Denn Bewegtbild ist kein Allheilmittel und einen Film zu drehen, nur weil das gerade alle machen, ist sicherlich nicht immer zielführend. Wir sind uns jedoch sicher, dass Bewegtbild in vielen Fällen zur Zielerreichung beitragen und einen wertvollen Part in der Kommunikation leisten kann.

Kann ich Videos selbst produzieren, oder brauche ich ein professionelles Filmteam?

Das kommt ganz auf die Art des Videos und dessen Zweck sowie Expertise und Ausstattung auf Seiten des Unternehmens an:

  1. Bei Videos, die für die sofortige Veröffentlichung auf Social-Media-Kanälen produziert werden – beispielsweise auf Events – scheint oft die Devise Aktualität vor Qualität zu gelten. Beiträge werden oft vor Ort mit dem Smartphone aufgenommen, auf diesem geschnitten und direkt veröffentlicht. Jedoch sollten Marken auch hierbei ihrem Qualitätsstandard treu bleiben. Mit Hilfe von ein wenig zusätzlicher Ausstattung, beispielsweise einem Gorilla Stativ, einer einfachen Steady Cam und einem Ansteckmikrofon, um auch in Interviewsituationen guten Ton zu bekommen, kann mit einfachen Mitteln sehr gutes Material produziert werden. Zudem gibt es inzwischen hilfreiche Apps zum Bearbeiten von Videos auf dem Smartphone und zahlreiche professionelle Schnittprogramme bieten Lightversionen an, die mobil funktionieren. Videos können also mobil produziert werden, sollten aber dennoch dem Qualitätsanspruch der Marke genügen. Kann dies intern nicht geleistet werden, empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit Videographen.
  2. Anders sieht es aus bei Produktfilmen, den meisten Videos aus dem Bereich Unternehmenskommunikation, Werbung und HR, welche längere Produktionszeiten erlauben. Solange die Kompetenzen sowie die benötigte Technik nicht In House verfügbar sind, empfiehlt sich auf jeden Fall die Zusammenarbeit mit professionellen Videographen, Filmproduktionen und Agenturen. Diese unterstützen letztendlich nicht nur bei der technischen Umsetzung, sondern vor allem auch bei der Entwicklung der kreativen Idee und Bildsprache sowie der Organisation der Produktion, wie Location Scouting, Organisation von Schauspielern und Statisten.

Animationsfilm oder Drehen?

Das lässt sich kaum pauschal beantworten, da beide Macharten verschiedene Vor- und Nachteile mit sich bringen. Erklärvideos bestehen meist aus einfachen Animationen, da sich diese kostengünstig umsetzten lassen und sich so auch abstraktere Sachverhalte anschaulich erklären lassen. Komplexere und detailreichere Animationen, beispielsweise wenn es um die Darstellung von Personen geht, können jedoch sehr zeitintensiv sein und treiben damit die Kosten in die Höhe. Dass Animationsvideos die günstigere Alternative sind, sollte daher nicht pauschalisiert werden. Ein Dreh empfiehlt sich auf jeden Fall, wenn Produkte gezeigt werden sollen oder wenn detailreiche und realistische Bilder gewünscht sind. Zudem kann Filmmaterial in der Postproduktion durch Animationen ergänzt, Bildinhalte hervorgehoben und beispielsweise Infografiken eingefügt werden.

Wie lang darf mein Video sein?

Bisher galt die Devise: So kurz wie möglich. Unserem Konsumverhalten folgend sollten Videos möglichst nicht länger als 90 Sekunden, maximal zwei Minuten sein. Länger sollten nur Erklärvideos sein, die wichtige Informationen vermitteln und nach denen der Zuschauer meist gezielt sucht. Doch gerade scheint sich dieser Trend zu wandeln und längere Videos feiern ihr Comeback. Mit Instagram TV (kurz IGTV) ermöglicht die Plattform nun den Upload von Videos mit bis zu 60 Minuten und auch Facebook belohnt lange Videos mit einem besseren Ranking. Zudem eignen sich auch Stories dafür, längeren Videocontent in Form von einzelnen Sequenzen zu publizieren.

Denkt man in Richtung serielles Erzählen, eröffnen sich hier mit dem richtigen Content und gutem Storytelling ganz neue Möglichkeiten. Der Frage folgend „Was wäre, wenn ein Mädchen im Holocaust Instagram gehabt hätte?“ arbeitet „Eva Stories“ beispielsweise das Tagebuch von Eva Heyman auf. Die nachempfundenen Stories des 13-jährigen Mädchens, das 1944 in Ausschwitz ermordet wurde, erreichten immerhin 1,7 Millionen Menschen und wurden von dem Israeli Matti Kochavi, produziert.

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Als Senior Account Executive im Health-Team bei WE Communications konzipiert und begleitet Jennifer Zimmermann Filmprojekte für verschiedene Kunden. Darüber hinaus betreut sie Projekte aus dem Bereich Patientenkommunikation, interne Kommunikation und begleitet Change Prozesse.