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„New Work” bei WE Germany – auf das Ergebnis kommt’s an

18.08.2020
— Claudia Wittwer 

„New Work” bei WE Germany – auf das Ergebnis kommt’s an

Die Corona-Krise hat im Blitztempo einen Kulturwandel angeschoben, der zuvor viele Jahre lang mit zähem Fortschritt vor sich hin gedümpelt ist: Quasi über Nacht wurden zahlreiche Arbeitsplätze vom Büro an den privaten Schreibtisch (oder teilweise auch Ess- oder Küchentisch) verlegt; die technischen Voraussetzungen dafür mussten in kürzester Zeit geschaffen werden. Viele Unternehmen, die zuvor Home-Office nur zögerlich gewährten, oder Mitarbeitende, die vom Arbeiten zu Hause bislang wenig hielten, stellten fest: es funktioniert – und am Ergebnis der Arbeit ändert sich wenig bis gar nichts.

Auch bei WE Germany war zunächst eine gewisse Portion Skepsis dabei, als wir uns ins Unvermeidliche fügten: Wie würden sich die Teams organisieren? Wir verhindern wir, dass die Beziehungen untereinander „ausfransen“? Und gehen im rein virtuellen Kontakt nicht auch viel Kreativität und Interaktion verloren? Natürlich war Home-Office auch schon vorher möglich – aber eigentlich nicht als Dauereinrichtung gedacht.

Die kritischen Aspekte der virtuellen Zusammenarbeit wollen wir auch nach wie vor nicht klein reden. Denn selbstverständlich gibt es viele, für die diese Option einfach nur „second best“ ist: Sei es, weil Familie und Arbeit in den eigenen vier Wänden eben doch nicht optimal zu kombinieren ist, oder weil es zu Hause keinen vernünftigen Arbeitsplatz gibt – oder auch einfach weil der Austausch mit den KollegInnen fehlt. Und dennoch: Auch wir haben – wie viele andere – festgestellt, dass die virtuelle Zusammenarbeit deutlich besser funktioniert als erwartet. Auch die Arbeitsergebnisse passten zu dieser positiven Wahrnehmung, und die Corona-Phase war auch kein Hindernis, neue Kunden an Bord zu holen.

Eine Erfahrung, die uns Mut gemacht hat: Während „New Work“ zum medialen Dauerbrenner wird und Spekulationen zur Zukunft der Arbeit die Schlagzeilen dominieren, sind wir deshalb schon mal einen Schritt weiter gegangen. Mit einem neuen flexiblen Arbeitszeitmodell unter dem Label „WE Flex“, mit dem wir Kunden- und Mitarbeiterwünsche bestmöglich unter einen Hut bringen (und sowohl den „Eulen“ wie auch den „Lerchen“ entgegenkommen).   

WE Flex – flexible Arbeitszeiten und mehr Autonomie beim Home-Office
Und hier zu den Details: Kernarbeitszeit ist von 10.00 bis 16.00 Uhr, alle Meetings und Kunden-Calls sollen in dieser Zeit stattfinden. Wer möchte, kann die noch für den Tag ausstehenden Stunden am Abend nachholen – oder bereits morgens ab 7.00 Uhr mit der Arbeit beginnen. Die Wochenarbeitszeit bleibt unverändert bei 40 Wochenstunden; Überstunden werden wie gehabt ab der 21. Stunde im Monat vergütet oder in Freizeit umgewandelt. Ab sofort können die Mitarbeitenden aber maximal zwei Überstunden pro Woche selbst abbauen.

Home-Office wird nicht mehr limitiert und braucht nicht von Vorgesetzten freigegeben werden – und das gilt für alle vom Praktikant bis hin zur Geschäftsführung. Die Anwesenheit an mindestens zwei Tagen pro Woche im Büro wird jedoch weiterhin gewünscht, damit der persönliche Austausch nicht leidet.

Darüber hinaus kann das „Home Office“ an bis zu fünf Tagen im Jahr auf der ganzen Welt sein: Wer mag, kann sein Urlaubsdomizil beispielsweise drei anstatt zwei Wochen buchen, um von Hotelzimmer aus zu arbeiten, aber den Feierabend am Pool oder einem anderen Urlaubs-Ambiente genießen.

Viele reden – WE handelt
In unserer jährlich stattfindenden Mitarbeiterumfrage war immer wieder der Wunsch nach flexibleren Arbeitszeiten zum Ausdruck gekommen. Auf Grundlage der Erfahrungen der letzten Monate starten wir nun in dieses Experiment, - denn die neuen Arbeitszeitregelungen durchlaufen aktuell eine viermonatige Testphase. Wobei es streng genommen schon zuvor eine „Testphase light“ gab: Denn schon zu Beginn der Corona-Phase haben wir die Arbeitszeiten flexibilisiert, um beispielsweise einen ausgedehnten Spaziergang über Mittag zu ermöglichen oder die Joggingrunde (im Hellen!) am Abend zu ermöglichen.

Skeptiker der „langen Leine“ können wir im Übrigen beruhigen: Denn natürlich fordern dringende Kundenbedürfnisse weiterhin ihren Tribut, und gerade angesichts der Zusammenarbeit mit internationalen Agenturpartnern oder Kunden lassen sich Termine außerhalb der neu definierten Kernarbeitszeit nicht immer vermeiden. Aber letztlich gilt Flexibilität eben in alle Richtungen – und damit auch für unsere Teams. Die wichtigsten Kriterien und damit Zünglein an der Waage bleiben jedoch die Arbeitsergebnisse und die Kundenzufriedenheit. Ob die Grundlagen dafür nun um 7.00 Uhr morgens, nachmittags oder am Abend gelegt werden – das entscheiden dann im Zweifelsfall der Kunde und der eigene Biorhythmus.